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Nach Wulff-Rücktritt: Spricht Bundespräsident Seehofer in Passau?
Bayerns SPD-Chef Florian Pronold legt dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) einen Verzicht auf den geplanten Auftritt bei der Aschermittwochskundgebung der CSU in Passau nahe. Pronold sagte am Freitag, als amtierendes Staatsoberhaupt nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff könne Seehofer "keine klassische Aschermittwochsrede halten". Deshalb sollte sich der CSU-Chef vom bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) vertreten lassen - oder aber "aus Respekt vor dem Amt" die vorgesehene Rede entschärfen.
Pronold fügte hinzu, vor einem Jahr habe Seehofer am Aschermittwoch "ausländerfeindliche Sprüche losgelassen". Dies sei "schon für einen Ministerpräsidenten unsäglich, für ein Staatsoberhaupt aber undenkbar".
Seehofer hält an Aschermittwochs-Auftritt in Passau fest
Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hält trotz seiner neuen Aufgabe als amtierender Bundespräsident an dem geplanten Auftritt bei der Aschermittwochs-Veranstaltung seiner Partei in Passau fest. Ein CSU-Sprecher sagte in München: "Der Aschermittwoch wird wie geplant stattfinden - mit Horst Seehofer."
Traditionell sind in Bayern die Kundgebungen der Parteien am Aschermittwoch von harschen Attacken auf den politischen Gegner geprägt. Vor einem Jahr hatte Seehofer mit der Ankündigung für Wirbel gesorgt, die CSU werde sich in der Berliner Koalition "bis zur letzten Patrone" dagegen sträuben, dass es eine "Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme" gebe.

