Einloggen



Online

Wir haben 2 Gäste online
2011 ist jeder Zehnte arbeitslos Drucken E-Mail
Geschrieben von: N24   
Montag, den 14. Dezember 2009 um 23:29 Uhr

Nach Ansicht der Bundesbank werden die Arbeitslosenzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen. 2011 wird jeder Zehnte in Deutschland arbeitslos sein, heißt es im Monatsbericht Dezember.

Die Bundesbank geht trotz des erwarteten Aufschwungs von deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen in den kommenden beiden Jahren aus. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen werde voraussichtlich von derzeit 3,4 Millionen über 3,8 Millionen im nächsten Jahr auf 4,2 Millionen im Jahr 2011 steigen. Dann wäre jeder Zehnte arbeitslos. Wie die Zentralbank in ihrem Monatsbericht Dezember schreibt, werden niedrige Tarifabschlüsse und weiter verkürzte Arbeitszeiten den Arbeitsmarkt 2010 prägen.

Anstieg wäre immer noch moderat

Bezogen auf den massiven wirtschaftlichen Einbruch wäre der vorausgesagte Anstieg der Arbeitslosigkeit aus Sicht der Bundesbank aber immer noch moderat - zum Teil war ein Zuwachs bereits im kommenden Jahr auf über vier Millionen erwartet worden. Die deutsche Wirtschaft wird nach zuletzt Anfang Dezember korrigierter Prognose der Zentralbank in diesem Jahr um 4,9 Prozent schrumpfen. Im kommenden Jahr dürfte laut der Vorhersage dann ein Wachstum von 1,6 Prozent folgen, 2011 gehe der Aufschwung mit einem Plus von 1,2 Prozent weiter.

Massenentlassungen sind weitgehend zu vermeiden

Die Erholung werde gemäßigt, aber stetig ausfallen. Unter diesen Voraussetzungen könne die von der Krise besonders hart getroffene Industrie Massenentlassungen weitgehend vermeiden. Eine steigende Bedeutung komme dabei den in den Tarifverträgen enthaltenen Möglichkeiten zur Verkürzung der Wochenarbeitszeiten zu.

Auf die Arbeitnehmer komme für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze ein Einkommensverzicht zu, prognostiziert die Bundesbank. Die Tarifentgelte würden im kommenden Jahr voraussichtlich nur noch um 1,25 Prozent steigen nach 2,25 Prozent in diesem Jahr. Wahrscheinlich seien Tarifverträgen mit langen Laufzeiten und Vereinbarungen zu Einmalzahlungen.

Öffentliche Finanzen in Gefahr

Erneut warnte die Bundesbank vor der ungünstigen Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Die Defizitquote Deutschlands werde im kommenden Jahr bei 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und damit 2 Prozentpunkte über der Maastricht-Obergrenze liegen. Die öffentlichen Schulden näherten sich schnell der Marke von 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Leicht steigenden Ausgaben stünden merklich sinkende Steuereinnahmen gegenüber, die auch auf von der Bundesregierung geplante Neuregelungen zurückgingen. Die Bundesbank nannte unter anderem die Tarifsenkungen bei der Einkommenssteuer, die Absetzbarkeit von Sozialversicherungsbeiträgen und geänderte Abschreibungsregeln. Die Ausgaben steigen unter anderem im Gesundheitswesen und wegen der Kindergelderhöhung.